Entwicklung einer Autismus-Strategie-Bayern

Autismus rückt zunehmend in das gesellschaftliche Bewusstsein. Bereits in den 1980er Jahren berichteten Studien von einer immer höheren Prävalenzrate (S-3 Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Autismus-Spektrum-Störungen, S.21). Studien, die seit der letzten Jahrtausendwende veröffentlicht wurden, legen eine sehr viel höhere Verbreitung nahe (ebd.). So ist eine Prävalenz von 0,9 bis 1 Prozent der Bevölkerung anzunehmen (ebd., S.22). Diese Zunahme ist neben einer breiteren Definition der Autismus-Spektrum-Störung auch auf den Bekanntheitsgrad und eine höhere Sensibilität von Fachleuten sowie der Bevölkerung zurückzuführen.


Bis dato liegt weder auf Bundesebene noch auf Länderebene eine spezifische Strategie für die Versorgung der Zielgruppe vor.


Erscheinungsformen


Autismus wird in der ICD 10 (internationales statistisches Klassifikationssystem der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, WHO) den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet, bei der die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aufgrund spezifischer Erscheinungsformen erschwert ist. Es liegen Störungen in den folgenden Bereichen vor:


  • qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
  • qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation
  • eingeschränkte, repetitive und stereotype Verhaltensweisen und Spezialinteressen


Nachdem die Beeinträchtigung bei den einzelnen Individuen in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden auftreten und die Übergänge fließend sind, wird heute anstelle der in der ICD-10 noch gängigen Unterscheidung der Diagnoseformen immer häufiger generell von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gesprochen.



Quelle: DGKJP, DGPPN et al. (Hrsg.) (2016) S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Teil1: Diagnostik. (ASS S3 Leitlinie Diagnostik , Zugriff am 12.06.2018).


Die ICD dient weltweit zur Verschlüsselung von Diagnosen. Die derzeit gültige Revision ist die ICD-10. Die ICD-11 soll 2019 durch die Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly, WHA) verabschiedet werden. Über den Zeitpunkt einer möglichen Einführung der ICD-11 in Deutschland sind noch keine Aussagen möglich (Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, Zugriff am 16.08.2018).


Entstehung des Projekts

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert

Prof. Dr. Markus Witzmann

Projektleitung im Projekt Autismus-Strategie-Bayern


Eva Kunerl

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektkoordinatorin


Projektstruktur

Auf dieser Seite wird vorgestellt, wie die Projektstruktur aussehen wird

Beratung

Die Autismuskompetenzzentren bieten mit ihren Kontakt- und Beratungstellen umfassende Unterstützung und Informationsbereitstellung für Menschen mit Autismus, deren Angehörige, Partner und Bezugspersonen sowie für Fachleute.

Einen Überblick über die Zentren in Bayern erhalten Sie hier http://www.autismusberatung-bayern.de/.